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BAMF-Integrationskurs (Deutsch) für Flüchtlinge in Erfurt – Antrag, Kosten, Voraussetzungen, Module, Test & Co.

Der allgemeine Integrationskurs besteht aus zwei Teilen, dem Sprachkurs (600 Unterrichtseinheiten) und dem Orientierungskurs (100 Unterrichtseinheiten). Im Sprachkurs lernen Sie den Wortschatz, den Sie zum Sprechen und Schreiben im Alltag benötigen. Dazu gehören Kontakte zu Behörden, Gespräche mit Nachbarn und am Arbeitsplatz, Briefe schreiben und Formulare ausfüllen. Der Orientierungskurs informiert Sie über das Leben in Deutschland. Hier lernen Sie etwas über die Rechtsordnung, die Kultur und die jüngere Geschichte des Landes. Die ersten 300 Unterrichtseinheiten werden Basiskurs genannt, die darauffolgenden 300 Unterrichtseinheiten Aufbausprachkurs.

Unterrichtszeiten:
Montag – Freitag 8:30 – 11:50 Uhr oder 12:50 – 17.00

Es besteht ein stetiger Einstieg nach Absprache mit Ihrem Berater.

Abschluss:
Sprachniveau B1

Bildungsart:
Integrationssprachkurse (BAMF)

Inhalte:

Sprach- / Deutschkurs

  • Arbeit und Beruf, Aus- und Weiterbildung
  • Gesundheit, Hygiene, Betreuung, Erziehung von Kindern
  • Einkaufen, Handel, Konsum, Freizeit
  • Mediennutzung, Wohnen

Orientierungskurs / Exkursionen

  • Deutsches Recht, Geschichte, Kultur, Werte demokratischer Staatswesen
  • Politik in der Demokratie, Geschichte und Verantwortung
  • Mensch und Gesellschaft, Kultur, Erziehung, Bildung, Werte und Regeln
  • religiöse Vielfalt, Toleranz

Einstufungstest für:

Basissprachkurs

  • 300 Stunden – Sprachstrukturen
  • geläufige Redewendungen

Aufbausprachkurs

  • 300 Stunden- Vertiefung der Sprachkenntnisse
  • Umgang mit Gebrauchstexten (Vertrag, Lebenslauf, Bewerbung)
  • Prüfung „Zertifikat Deutsch“

Orientierungskurs

  • 100 Stunden – Vermittlung von Alltagswissen
  • Kenntnisse über Rechtsverordnungen, Kultur, Geschichte und Arbeitswelt Deutschland

Informationen BAMF – Integrationskurs / Deutschkurs

Sollten Sie Fragen haben zögern Sie nicht, Kontakt mit uns aufzunehmen. Unsere Mitarbeiter vereinbaren gerne mit Ihnen einen persönlichen Beratungstermin.

Mehr erfahren

Der Integrationskurs auf Deutsch gibt Menschen, die aus ihrem Heimatland flüchten mussten oder aus anderen Gründen nach Deutschland einreisten, die Möglichkeit, die neue Sprache zu lernen, sich in die Gesellschaft zu integrieren und die neue Kultur kennenzulernen. Für die ganzheitliche Integration sind die deutschen Rechte, Werte und Normen ebenso wichtig. All dies lernen die Betroffenen in diesem Kurs. Seit der Einführung 2005 sind Integrationskurse die wichtigste integrationspolitische Fördermaßnahme des Bundes. Wenn Sie auf der Suche nach solch einem Kurs sind, dann wenden Sie sich gerne an das Mitteldeutsche Institut für Qualifikation und berufliche Rehabilitation.

 Voraussetzungen für die Teilnahme

Um an einem Integrationskurs teilnehmen zu können und zugelassen zu werden, sind gewisse Voraussetzungen zu erfüllen. Dabei kommt es drauf an, wann Sie Ihren Aufenthaltstitel erworben haben, wo Sie herkommen und ob Sie von einer Behörde verpflichtet wurden.

Wer darf einen Integrationskurs machen?

Aufenthaltstitel vor 2005AufenthaltstitelDeutsche Staatsangehörigkeit / EU-BürgerSpätaussiedler
- freie Plätze
- Verpflichtung durch Behörde
- dauerhafter Wohnsitz in Deutschland
- Arbeitnehmer
- unzureichende Kenntnisse
- Verpflichtung durch Behörde
- nicht auszureichende Kenntnisse
- besonders integrationsbedürftig
z.B. Russlanddeutsche

Ausländer mit einem Aufenthaltstitel haben einen Anspruch auf die Teilnahme an einem Integrationskurs, wenn sie einen dauerhaften Wohnsitz in Deutschland haben, humanitäre Gründe haben oder laut §38a AufenthG eine langfristige Aufenthaltsgenehmigung haben. Weiterhin haben Personen ein Anspruch, wenn sie sich dauerhaft in Deutschland aufhalten mit einer erstmaligen Niederlassung laut §23 Abs.1 AufenthG. Verpflichtet werden Sie zu der Teilnahme nur dann, wenn eine zulässige Stelle den Kurs für Sie verordnet.

Deutsche Staatsangehörige haben keinen gesetzlichen Anspruch auf einen Integrationskurs. Wenn noch nicht genügend Kenntnisse vorhanden sind, die Person als besonders integrationsbedürftig eingestuft wird und noch Plätze frei sind, kann jedoch eine Zulassung durch das BAMF gestattet werden.

EU-Bürger haben ebenfalls keinen gesetzlichen Anspruch auf die Teilnahme. Auch hier kann in Fällen der unzureichenden Kenntnisse oder einer dringenden Integrationsbedürftigkeit eine Zulassung durch das BAMF erfolgen.

Spätaussiedler bekommen einen Integrationskurs für sich, den Ehepartner und deren Kinder vom BAMF gestellt.

Ablauf der Integrationskurse

Ein Integrationskurs für die Eingliederung von Ausländern und Migranten in Deutschland beinhaltet zwei große Bereiche. Zum einen ist es wichtig, dass die Sprache erlernt wird, zum anderen aber auch Kenntnisse über Werte, Politik und Geschichte.

Um einen Integrationskurs zu beginnen, muss zunächst ein Antrag mit Hilfe eines Formulars bei der zuständigen regionalen Behörde gestellt werden. Hierbei können die jeweiligen Stellen wie das Arbeitsamt, Sprachschulen oder das MIQR behilflich sein.

Der Kurs selbst beginnt mit einem Einstufungstest. Hier wird vor allem das Sprachniveau getestet, um zu prüfen, wieviele Kenntnisse der deutschen Sprache schon vorhanden sind, damit Sie bei einem angemessenen Niveau beginnen können. Der Kurs besteht aus 700 Unterrichtseinheiten (UE), geteilt in einen Sprachkurs und einen Orientierungskurs. Die meiste Zeit beansprucht der Sprachkurs mit 600 UE, in manchen Fällen auch 900 UE. Hierbei werden Kommunikation und Vokabular für alltägliche Situationen wie Arbeit, Beruf und Soziales gelehrt. Der Orientierungskurs beträgt 100 UE, wobei Sie Wichtiges über das Leben in Deutschland lernen. Dazu gehören Aspekte wie Rechte, Werte und Kultur.

Grundlegend finden Integrationskurse in Vollzeit statt. In Ausnahmen, wie z.B. bei Personen im Anstellungsverhältnis, kann auch ein Teilzeitkurs in Nachmittags- oder Abendkursen stattfinden. Zudem kann unter gewissen Voraussetzungen ein Intensivkurs absolviert werden. Dieser beinhaltet 400 UE für den Sprachkurs und 30 UE für den Orientierungskurs. Abgeschlossen wird ein Integrationskurs in der Regel mit einer Sprachprüfung sowie einem „Leben-in-Deutschland“-Test.

Inhalt der Integrationskurse

Sprachkurse

Der Sprachkurs eines Integrationskurses muss dann absolviert werden, wenn noch keine ausreichenden Kenntnisse der Sprache für die alltägliche Kommunikation vorhanden sind. In dem für gewöhnlich 600 UE-Kurs wird sowohl das Vokabular als auch Kommunikation, Lesen und Schreiben gelehrt. Themenbereiche sind Beruf und Arbeit, Erziehung und Betreuung, das soziale Leben, die Medien und die Gesundheit. Darüber hinaus wird vermittelt, wie Briefe, E-Mails und Bewerbungen geschrieben und Formulare ausgefüllt werden. Das Ziel des Sprachkurses ist es, die Kommunikation ohne die Hilfe einer dritten Person möglich zu machen. Abgeschlossen wird dieser Kurs mit einem Test über das erreichte Sprachniveau.

Orientierungskurse

Da Bereiche wie Werte und Normen von Land zu Land unterschiedlich sind, ist es zudem wichtig, zu lernen, wie das Leben in Deutschland ist. Behandelt werden hierbei die deutsche Rechtsordnung, die deutsche Geschichte und Kultur sowie allgemein Rechte und Pflichten. Darüber hinaus wird gelehrt, wie das Zusammenleben in Deutschland stattfindet. Der Abschluss dieses Kurses ist der Test „Leben-in-Deutschland“.

Spezielle Kurse

Zusätzlich zum allgemeinen Integrationskurs werden auch spezielle Kurse angeboten. Der Integrationskurs mit Alphabetisierung ist für diejenigen gedacht, welche noch nicht schreiben und lesen können. Hierfür werden 960 UE eingeplant. Der Kurs findet in kleinen Gruppen statt, welche für ein produktives Lernumfeld sprechen. Zudem wird den Schülern beigebracht, wie sie nach dem Kurs selbstständig weitere Lernerfolge erzielen können.

Für Personen, welche schon lesen und schreiben können, jedoch noch nicht die lateinische Schrift beherrschen, wird ein Kurs für Zweitschriftlernende angeboten. Hier wird das Lesen und Schreiben in der lateinischen Schrift gelehrt, welches bis zu 1000 UE beinhaltet (900 UE Sprachkurs und 100 UE Orientierungskurs).

In einem Integrationskurs für Frauen werden speziell zugeschnittene Themen behandelt. Der insgesamt 1000 UE umfassende Kurs behandelt Themenreiche rund um den Alltag, die Kindeserziehung und die Ausbildung der Kinder. Zudem haben Frauen die Möglichkeit, die Kindergärten und Schulen ihrer Kinder kennenzulernen. In einem Unterricht von Frau zu Frau wird auch das Thema des Unterschieds des Lebens der Frau in Deutschland und dem Heimatland erläutert.

Ähnliche Themen werden in dem Kurs speziell für Eltern angesprochen. Bei ebenfalls bis zu 1000 UE werden Schulen, Kindergärten, Erzieher und Lehrkräfte kennengelernt und soziale Kontakte zu anderen Eltern geknüpft.

Auch speziell für Jungendliche wird ein Integrationskurs angeboten. Bei den bis zu 1000 UE wird der Schwerpunkt auf Themen für die Zukunft gelegt. So sind Aspekte des Kurses Schule, Ausbildung und Beruf. Themen wie Familie, Gesundheit und Kultur sind zudem wichtige Punkte. Um den Kurs zusätzlich interessant zu gestalten, werden aktuelle Themen behandelt. Ein großer Pluspunkt ist der direkte Kontakt zu Bildungseinrichtungen, Arbeitsstellen und Beratungsstellen, was für die Praxisphase einen Grundstein für die Zukunft legen kann.

Förderkurse werden für die Personen angeboten, welche schon längere Zeit in Deutschland leben, jedoch die Sprache noch richtig lernen konnten. In 900 UE wird dabei die Sprache gelernt, in weiteren 100 UE das Wichtigste zu Politik, Kultur, Geschichte und Werte.

In Ausnahmefällen ist auch ein Intensivkurs möglich. Dieser ist in 400 UE für die Sprache und 30 UE für die Orientierung geteilt. Ziel ist es auch hier, den Alltag selbstständig zu meistern.

Abschlussprüfung

Egal, an welchem Integrationskurs teilgenommen wird – Ziel ist es, selbstständig im alltäglichen Leben agieren zu können. Die Abschlussprüfung besteht demnach aus einer Sprachprüfung und dem Test „Leben in Deutschland“ (LiD). Ein „Zertifikat Integrationskurs“ wird ausgestellt, wenn man erfolgreich am LiD und einem Sprachkurs mit den Ergebnis B1 teilgenommen hat. Der Sprachtest „Deutschtest für Zuwanderer“ (DTZ) kann auch mit dem Niveau A2 abgeschlossen werden, wobei der Test jedoch nicht bestanden wäre. Hier ist es möglich einen Antrag auf eine einmalige Wiederholung zu stellen. Die Grundlagen und Richtlinien beider Tests werden durch das Rahmencurriculum des Goethe-Instituts gegeben.

Ziel des „Deutschtests für Zuwanderer“ ist das Erreichen des Sprachniveaus B1. Der schriftliche Teil, welcher 100 Minuten dauert, beinhaltet eine Lese- und Hörprüfung sowie das Schreiben eines kurzen Briefs. Darauf folgt der mündliche Test von 15 Minuten, bei dem man sich zuerst vorstellt und im Anschluss seine Kommunikationsfähigkeit mit einer zweiten Person und den Prüfern darstellt.

Der Test „Leben in Deutschland“ umfasst dann die Themenbereiche, welche im Orientierungskurs behandelt wurden. Somit werden Fragen zu den Themen Geschichte, Rechtssystem und dem Leben in Deutschland gestellt. Mit einem Fragebogen von 33 Fragen und jeweils vier möglichen Antworten müssen innerhalb von 60 Minuten mindestens 15 Fragen richtig beantwortet werden. Mithilfe eines Fragenkatalogs und Musterfragebogens, welche exemplarisch mögliche Fragen für den Test LiD beinhalten, kann im Voraus für die Prüfung gelernt werden.

 

Rechte & Pflichten der Teilnehmer

Der Teilnehmer verpflichtet sich selbst zur regelmäßigen Teilnahme am Kurs sowie der Teilnahme an der Abschlussprüfung.

Zusammenfassung

Sind Sie Ausländer, Flüchtling, Migrant oder Spätaussiedler und möchten sich hier in Deutschland integrieren, die Sprache erlernen und sich mit Kultur, Rechten und Geschichte vertraut machen? Dann empfehlen wir Ihnen, einen Integrationskurs zu machen. In diesem lernen Sie in einer angemessenen Zeit alle grundlegenden Aspekte des Lebens in Deutschland. Möglich sind auch Spezialkurse, welche auf Jugendliche, Frauen oder Eltern zugeschnitten sind. In besonderen Fällen können sogar die Kosten für den Kurs übernommen werden. Bei weiteren Fragen oder der Antragsstellung stehen wir vom Mitteldeutschen Institut für Qualifikation und berufliche Rehabilitation Ihnen gerne zur Verfügung.

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Kursinformationen

Dauer:ca. 8 Monate Vollzeit
Einstieg:individuell
Belegbar über:
BAMFBundesamt für Migration und Flüchtlinge
Weitere Infos:
FAQ Reha-Vorbereitungslehrgang (PDF, ca. 79 KB)